Ich habe sie in Frankfurt gesehen. In München. Und jetzt wieder in Berlin. Die weitverbreitete Spezies der U-Bahn-Sprinter. In anderen, weniger urbanen Gegenden, kennt man auch ihre Unterart, die ÖNV-Läufer.

Diese durch permanente Getriebenheit und Kurzsicht gezeichnete Gattung präsentiert sich im regulären Gruppenverhalten als völlig normal, legt aber beim Auftauchen spezieller Fortbewegungsmittel ein plötzlich auftauchendes Verlangen nach körperlicher Höchstleistung an den Tag, wie man es sonst nur von Geparden auf der Jagd nach einer Antilope zu kennen glaubte.

Allerdings wird ihre Schnellkraft und Sprintfähigkeit oftmals durch fehlende Traktion auf Grund von unzureichender Pfotenbesohlung konterkariert, was oftmals zu eher unglücklichen Versuchen des beschleunigten Vorwärtskommens führt, obgleich die nächste Beute oftmals keine zehn Minuten auf sich warten lässt.

Ebenfalls auffällig ist, dass im besonderen Maße die Artgenossen, die einen höheren Stand im Rudel genießen, zu stark potenzierter Laufbereitschaft neigen. Ihre typische Körpersprache lässt auf einen Mangel an Zeit schließen, da sie zu glauben scheinen, dass jede Jagd die letzte sein könnte.

Ich werde meine Feldforschung in den nächsten Wochen vorantreiben und von meinen weiteren Ergebnissen berichten.

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