image

Wer mich kennt, der weiß, dass ich eine sehr pragmatische Einstellung habe, wenn es um die Handhabe von Dingen geht. Ein rassiger Sportwagen ist für mich genauso wie ein Hightech-Spielzeug oder sonstiges Gadget nur eines: ein Nutzgegenstand. Sein Sinn und Zweck ist es gebraucht und dabei auch abgenutzt zu werden. Schrammen, Kratzer und Dellen sind dabei einkalkuliert und lassen mich schon lange nicht mehr zucken.

Wer mich besser kennt, der weiß, dass es neben Büchern jedoch nur ein weiteres Produkt gibt, für dessen Langliebigkeit und Unversehrtheit ich durchaus das ein oder andere Lebensjahr geben wûrde, wenn ich dafür die Gewissheit hätte, dass dieser Tausch etwas brächte: Sneakers.

Denn wer mich sehr gut kennt, der weiß: Ich bin ein Sneakerhead. Hätte ich Geld, ich würde es in Air Jordans als Wertanlage investieren und nicht in Gold. Hätte ich die Wahl, so würde ich mir lieber maßgeschneiderte Sneaker statt vernähter Brogues zulegen. Und so hänge ich so sehr an jedem Paar, das ich mein Eigen nenne, dass ich ihm Namen gebe. Rechte Schuhe beginnen R, linke mit L. Es ist mein eines Laster, das ich nie ausleben kann, dafür in den wenigen Momenten, in denen ich im Ansatz die Gelegenheit dazu habe, umso mehr zelebriere bishin zur verklärten Sentimentalität – und bis zu dem Punkt, an dem ich den letzten Schritt gegangen bin …

Robert & Lou*, ihr wart mir gute zwei Jahre mehr als treue Begleiter. Ihr habt mich an so viele Orte geführt, so viel mit mir erlebt und so vieles ausgehalten. Ihr wart die letzten Sneaker, die mir zu Dunken erlaubt haben. Ihr wart immer für mich da. Doch jetzt trennen sich unsere Wege. Lebt wohl …

* NIKE Capri Si (white/white/grey – Sz.13,5) / 2009 – 2011

Advertisements